Deutsche Wirtschaft trotzt der Subprimekrise

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20. Juni 2008
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Von Madeleine Winkler

Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, sieht noch kein Ende der Subprimekrise. Der Finanzsektor stecke im Moment in der schwierigsten Zeit seit dem Zweiten Weltkrieg. Für die deutsche Wirtschaft sehe es trotz steigender Energie- und Nahrungsmittelpreise aber gut aus.

DÜSSELDORF, 20.6.2008. Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Prof. Dr. Norbert Walter, sieht noch kein Ende der Subprimekrise. "Der Finanzsektor steckt im Moment in der schwierigsten Zeit seit dem Zweiten Weltkrieg", sagte Walter anlässlich des Parlamentarischen Abends der Bankenvereinigung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. "Es könnte immer noch sein, dass uns die Subprime-Krise etwa so lange beschäftigt wie die Asienkrise, insbesondere dann, wenn die US-Amerikaner noch nicht begriffen haben, dass sie über ihre Verhältnisse leben." Walter sagte: "Sie haben sich in den letzten Jahren immer reich gerechnet aufgrund der Wertsteigerungen bei verschiedenen Vermögenswerten; jetzt fallen die Assetpreise, insbesondere bei Immobilien. Die Amerikaner tun noch immer so, als könnten sie sich ihre Ausgabenniveaus leisten. Und die Notenbank glaubt, sie könne das Problem lösen, indem sie wieder mehr Geld druckt." Dagegen sieht es laut Walter derzeit für die deutsche Wirtschaft trotz steigender Energie- und Nahrungsmittelpreise noch gut aus. Alles in allem habe sie die globalen Herausforderungen bislang gut gemeistert. Dennoch sei im laufenden Jahr mit deutlicheren Bremsspuren zu rechnen. Walter: "In 2008 ist lediglich mit einer leichten Verlangsamung des Wachstums zu rechnen. Eine ausgeprägte Abschwächung scheint für das Jahr 2009 jedoch wahrscheinlich."