Gutes Risikomanagement in Schwellenländern

-
19. Juni 2008
-
Redaktion RISIKO MANAGER

Unternehmen in entwickelten Märkten erscheinen recht unbesorgt bezüglich der möglichen Folgen globaler Risiken wie Epidemien, Terroranschlägen oder Sicherheit der Wasserversorgung. Ironischerweise sind sie aber weniger auf große globale Risiken vorbereitet als ihre Pendants in den Schwellenländern.

MÜNCHEN, 18.6.2008. Wenn es darum geht, die Vorteile von Risikomanagement kommerziell zu nutzen, haben Schwellenländer wie Brasilien, China, Indien und Südafrika die etablierten Industriestaaten bereits überholt. Das hat eine aktuelle Studie ergeben, die im Auftrag des Netzwerk- und IT-Dienstleisters BT Global Services durchgeführt wurde. Führungskräfte in Unternehmen in Brasilien, China, Indien und Südafrika sind viel stärker davon überzeugt, dass der Einsatz von Risikomanagement ihnen Wettbewerbsvorteile bringt, als ihre Kollegen in den westlichen Ländern (81 gegenüber 44 Prozent). Sie glauben auch, dass Risikomanagement zu einer Förderung von Innovation und Kreativität führt (73 gegenüber 43 Prozent). Bei den erstgenannten ist es auch wesentlich wahrscheinlicher als bei Unternehmen in den USA und Europa (54 gegenüber 36 Prozent), dass sie in großem Umfang in Risikomanagement-Strategien und ‑Systeme investieren. Als Konsequenz daraus ergibt sich unter anderem, dass Unternehmen in den untersuchten Schwellenländern häufiger einen Sicherheitsbeauftragten ? Corporate Security Officer (CSO) oder Corporate Risk Officer (CRO) ? auf Vorstandsebene einsetzen, dass sie Aufwendungen für das Risikomanagement als nützliche Investition betrachten und dass sie doppelt so häufig wie ihre Pendants in den etablierten Industrieländern eine Risikomanagement-Strategie verfolgen, die auch große globale Risiken einbezieht. Die Ergebnisse der Studie legen außerdem nahe, dass Schwellenländer entgegen der landläufigen Meinung immer mehr zur treibenden Kraft bei der Einrichtung internationaler Zusammenarbeit (?Collaboration?) werden. Auch die Auswirkungen großer globaler Ereignisse und Krisen werden in den Risikomanagement-Strategien von Unternehmen in Brasilien, China, Indien und Südafrika stärker berücksichtigt als in den USA und Europa.